Hackbrett

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Weißt Du, was ein Hackbrett ist oder wie es aussieht ? Wie eine Zither vielleicht ? Na ja, nicht ganz.
Das chromatische Hackbrett ist ein drei- oder vierchöriges (pro Ton 3 oder 4 Saiten) Melodie- und Begleitinstrument und hat die beiden Saitenstege auf den beiden Seiten des Brettes. Das diatonische Hackbrett dagegen hat einen Steg zur Mitte hingerückt. Man spielt es auf beiden Seiten des in dieser Abbildung linken Stegs. Der Klang selbst ist sehr weich und sanft, kann aber aufgrund der Klangfarbe und des Klangkörpers sehr laut und lange nachklingen. Das Hackbrett wird mit zwei sogenannten Klöppeln geschlagen, die zwischen Zeige- und Mittelfinger balanciert und dem Daumen gesteuert werden. Die Anschlagtechnik, das verwendete Instrumentenholz, die Herstellungsweise der Saiten und die Klöppelbeläge (Leder, Filz,... oder gar das nackte Holz) bestimmen ebenfalls den Klang. Die Saiten selbst werden in Stegnähe angeschlagen. Das Stimmen der mehr als 100 Saiten dauert je nach Übung des Hackbrettspielers, je nach Verstimmungsgrad und Saitenumfang des Brettes zwischen 10 und 30 Minuten.

Chromatisches Hackbrett
chromatisches Hackbrett

Das diatonische Hackbrett kann nur in wenigen Dur-Tonarten gespielt werden, das chromatische in allen. Letzteres ist nur durch seinen Saitenumfang beschränkt. Allerdings ist das diatonische Hackbrett wegen der nah beieinanderliegenden Saiten einer Tonart sehr schnell spielbar, d.h. Triller und schnelle Läufe sind leicht zu erreichen.
Gespielt wird es im österreichischen, schweizerischen und bayerischen Raum vor allem bei traditionellen
Volksmusik- und Volkstanzabenden und in der Stubenmusik. In Osteuropa ist es als Zigeuner- bzw. Wandermusikanteninstrument bekannt, in angelsächsischen und keltischen Raum als traditionelles Volksinstrument. Aber auch in Frankreich, Italien und in Spanien ist es verbreitet.

Diatonisches Hackbrett
diatonisches Hackbrett

Um die Jahrhundertwende war das Hackbrett im österreichischen und bayrischen Raum beinahe ausgestorben, wurde aber um 1920 wiederentdeckt. Tobias Reiser entwickelte aus dem steirischen Hackbrett, das nur in wenigen Tonarten spielbar war, dann um 1940 das chromatische Salzburger Hackbrett. In letzter Zeit wurde von verschiedenen Verlagen zumeist unter Federführung von Karl Heinz Schickhaus sehr viel alte aber auch neue Musik für Hackbrett eingerichtet und herausgegeben. Da das Hackbrett in vergangenen Jahrhunderten immer wieder den Auf- und Abstieg vom Hofmusikinstrument zum Arme-Leute-Instrument und retour durchmachte, ist einiges an Literatur auch aus höfischer Zeit vorhanden und da klingt es einfach wunderbar.

Tonträger mit Hackbrettmusik sind u.a. von den bayrischen Gruppen und Interpreten Fraunhofer Saitenmusik, Rudi Zapf, Karl Heinz Schickhaus, Tobi Reiser Quintett und Geisenhauser Saitenmusik im Schallplattenverlag Koch erschienen und im Handel erhältlich.
Wer das Hackbrett konzertant erleben will, besorge sich Karten für den Musikantenzyklus des Wiener Konzerthauses in dieser Spielsaison. Rudi Zapf wird dort u.a. am 21. April 1998 mit seiner Gruppe Zapf'nstreich auftreten.
Stücke, die unter anderem für das Hackbrett gesetzt bzw. sogar dafür geschrieben wurden, habe ich in einer eigenen
MIDI-Site abgelegt.

Das Hackbrett ist auch unter folgenden Bezeichnungen bekannt:
  • Psalterio
  • Salterio
  • Pantaleon
  • Cymbal
  • Cymbalon
  • Hammered Dulcimer
  • Hackbrede
  • Tympanon

Links zu Hackbrett Homepages

The official Hammered Dulcimer Page Die Hackbrett-Homepage schlechthin
Kitchen Musician Hackbrett-Zubehör im Internet
Dachauer Hackbrett Orchester mit mehr als 20 (!!) Hackbrettern
A nineteenth century brazilian dulcimer tabulatur mit vielen Hörbeispielen
Nonsuch Dulcimer Club Sehr informativ, z.B. werden Saitenwechseln, Spieltechniken etc. angesprochen
Mountain dulcimer home page
Joe Zsigray's Mountain Dulcimer page
Pinelands Folk Music & Basketry Center
Japan Dulcimer Society
Attacco Decente
David Moore
Peter Collinson's Music Page
Jerry Rockwell's Mountain Dulcimer Home Page
Dulcimer Player's News

Bücher zum Thema Hackbrett

K.H. Schickhaus: "Über Volksmusik und Hackbrett in Bayern", BLV Verlagsgesellschaft mbH, München, 1981 (leider vergriffen)

Mein Hackbrettbauer (chromatische)

Simon Schweiger Instrumentenbau
Hochfellnerstraße 47
D-83346 Bergen

Notenmaterial

Musikverlag Joseph Preissler, München
MIDI-Site auf meiner
Volkstanz-Homepage

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Last modified on April 13th, 1998